Die Computertomografie (CT) ist ein bildgebendes Verfahren, das auf Röntgenstrahlen basiert. Dabei dreht sich eine rotierende Röntgenröhre um den Patienten. Die Röntgenstrahlen durchdringen den Körper und werden von unterschiedlichen Geweben unterschiedlich stark abgeschwächt. Die Röntgenstrahlung wird von gegenüberliegenden Detektoren aufgefangen. Schicht für Schicht werden auf diese Weise die zu untersuchenden Organe aufgenommen. Die hunderttausende von Messwerten, die dabei entstehen, werden von einem Computer weiterverarbeitet und zu Querschnittsbildern und später gegebenenfalls auch zu 3D-Modellen verrechnet. Auch kleinste Veränderungen an Knochen oder Weichteilen, die im klassischen 2-dimensionalen Röntgenbild überlagert oder nicht erkennbar wären, lassen sich mit Hilfe des CTs darstellen. Da man Kenntnisse über die Größe, Lage und Struktur einer Veränderung erhält, kann eine präzise Diagnose erstellt und eine zielgerichtete, effektive Therapie festgelegt werden.
Mit dem Canon Aquilion Exceed CT steht der Tierklinik Kaufungen einer der weltweit modernsten Computertomographen zur Verfügung. Die große Gantryöffnung von 90cm ermöglicht es, auch bisher schwer zugängliche Regionen wie das Pferdebecken oder die Schulterregion zu untersuchen.
Da das CT auf einer beweglichen Plattform (Qualibra) angebracht ist, kann es vor und zurück sowie auf und ab bewegt werden. Daher lassen sich der Kopf, die Halswirbelsäule bis zum 4. Halswirbel und die unteren Gliedmaßen bis zum Vorderfußwurzelgelenk bzw. dem Sprunggelenk im Stehen und ohne Vollnarkose untersuchen. Das Pferd ist dabei sediert, jedoch nicht fixiert. Die Untersuchung ist daher für das Pferd schonend und stressfrei und wird von den meisten Patienten gut toleriert. Die zielgerichtete Therapie kann mitunter direkt im Anschluss erfolgen.
Die CT-Untersuchung im Stehen eignet sich besonders für die Diagnostik von:
- Zahnerkrankungen
- chronischem Nasenausfluss
- Headshaking
- Kiefer- oder Schädelfrakturen
- Halswirbelsäulenerkrankungen
- Starke Lahmheiten um Fissuren oder Frakturen auszuschließen
- Sämtlichen orthopädischen Erkrankungen wie Arthrosen, Knorpel- und Sehnenschäden, Hufrollenerkrankungen, Knochenzysten, Nageltritt etc.
In Vollnarkose können die Halswirbelsäule bis zu den ersten Brustwirbeln, die Vordergliedmaße vom Karpalgelenk bis zur Schulter, die Hintergliedmaße vom Sprunggelenk bis zu Hüfte und je nach Größe des Pferdes auch das Becken, der Thorax, das Abdomen und der Rücken untersucht werden. Durch eine Kranverbindung zum OP kann das Pferd ggf. sofort im Anschluss operativ versorgt werden oder das CT auch während der OP verwendet werden.

